Autor: Johannes 2. Juli 2017

Stage 14: Sigulda – Klaipeda (500km | 10,5h)

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Nach den ausgiebigen und unglaublich fettreichen Mahlzeiten des Vortages fiel das Frühstück ungewohnt sparsam und obstreich aus. Da wir direkt im Gauja Nationalpark übernachtet hatten, nutzen wir die Chance für eine kleine Sightseeing Tour. Höhlen, ein schöner Fluss und ein paar Schlösser, nichts besonderes aber dennoch ein willkommener Ausgleich für das stundenlange Sitzen der Tage zuvor. Spätestens beim Besteigen eines kleinen Berges wurden dann auch noch die letzten überschüssigen Kalorien verbrannt und bemerkt, wie sehr doch die Kondition unter der Rallye litt.

Voller Erwartungen machten wir uns anschließend auf nach Riga, Lettlands Hauptstadt. Vielleicht auch einfach nur unglaublich verwöhnt von den Tagen zuvor wollte der Funke jedoch einfach nicht überspringen. Zwar mit schöner Innenstadt und einigen eindrucksvollen Gebäuden, von Charme und Schönheit aber nichts im Vergleich zu Tallinn. Als Tagesaufgabe der Rallye stand anschließend noch ein Abstecher zum höchsten alleinstehenden Gebäude Europas an, den wir nach kurzer Recherche als den noch zu Soviet-Zeiten gebauten Fernsehturm identifizierten. Imposante 368,5m ragt dieser in die Höhe, mit typisch Ostblock pompöser Eingangshalle, obwohl sich so keiner für den Turm interessieren wollte.

Auf schönsten Straßen direkt am Strand fuhren wir, unterbrochen von einem Stopp an einer Riesenschaukel, nach Windau, der größten Hafenstadt Lettlands. Zu Zeiten der UDSSR wurde hierher eine Pipeline verlegt, welcher der Stadt zu großem Wohlstand aber auch beißenden Gasgeruch verhalf. Umso überraschender der schneeweiße und frequentierte Sandstrand direkt neben den schmutzigen Hafenanlagen. Kurz vor Einbruch der Dämmerung erreichten wir Kuldiga, wo uns die Besichtigung der breitesten Wasserfälle Europas aufgrund eines Radrennens jedoch verwehrt wurde. Praktisch wenn man eine Drohne hat! Zwar aufgrund der Entfernung mit kurzzeitigen Kontaktverlust und ungewohnten Turbulenzen, aber mit genialen Bildern des Flusses und Wasserfalls von oben verließen wir den Ort und passierten wenig später die litauische Grenze.

Nächster Stopp Palanga. Winters ein von Pensionären geprägter mondäner Badeort, sommers das Mallorca des Ostens. Gestärkt von einigen Rationen des Duty Free Whisky fuhren wir erstmal, ziemlich mitteilsam, über die Partypromenade. Wieder unseres Erwartens brodelte die Stadt. Überall junge Leute, wummernde Bässe und ausgelassene Stimmung. Unsere Lust auf Feiern, nur verstärkt von angetrunkenem Kontakt zu Litauern, musste jedoch irgendwann der Vernunft weichen. So fielen wir wenig später gegen 3 Uhr bei strömenden Regen in unsere Betten.

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